Hinsehen statt wegdrehen #SUNDAYTHOUGHTS

heute möchte ich mit euch eine neue Reihe auf meinem Blog starten, den #sundaythoughts
in dieser Reihe möchte ich eine etwas persönlichere Atmosphäre schaffen und euch einfach erzählen was mich gerade bewegt, was ich erlebt habe und euch Dinge ans Herz legen von denen ich denke, dass mehr darüber nachgedacht werden muss.

Heute möchte ich ein bisschen auf das Zwischenmenschliche eingehen und euch erzählen was mich an unserem Verhalten untereinander in unserer Gesellschaft so nervt!

Wir leben in einer Zeit der Lücken – damit meine ich Lücken in jeglicher Hinsicht, Bildungslücken, lücken im Umgang mit unserem Ich, Lücken zwischen Arm und Reich, Lücken zwischen Ländern.
Über alles zu sprechen wäre zu viel, deshalb geht es heute um Lücken in unserer Gesellschaft, zwischen Menschen und im weitesten Sinne auch zwischen Ländern. Ich bin jetzt wirklich sehr sehr ehrlich zu euch, ich kann mich nicht mehr genau erinnern wann das Thema „Flüchtlinge“ Raum eingenommen hat aber irgendwann war es da, und in meinem Kopf schwebte dauernd die Frage „wieso kommen so viele Menschen aus dem Ausland nach Deutschland? haben wir dann überhaupt noch Platz für „uns selbst“?“ zugegeben rückblickend (damals war ich vielleicht 14?!) ist es mir sehr peinlich so etwas gedacht zu haben. Aber jetzt mal ehrlich, habt ihr euch mit 14 mit den politischen Gegebenheiten in anderen Ländern auseinander gesetzt? ich denke die wenigsten.
Bei den meisten wird Gesellschaftliches denken mit dem klingeln zur Pause nach dem Sozialkundeunterricht aufgehört haben in dem alter. Auch heute bin ich kein „Politik Mensch“ aber das ist nicht gut so, mir ist nur dieses Wirrwarr mit Parteien, WahlKÄMPFEN und dem ganzen schnick schnack zu doof. Ich sehe nicht, dass sich dort was tut!
Mein verlangen nach Veränderung wurde immer größer, angefangen hatte das ganze nicht im zwischenmenschlichen sondern mit unserem lieben Leidthema Globale Erwärmung. Ein Thema was alle beschäftigt dadurch bin ich auf viele interessante Filme, Bücher und Websiten gestoßen, davon werde ich euch ein paar im Anschluss noch vorstellen.
Nun zu dem Thema „Flüchtlinge“  – wir Menschen (in Deutschland) neigen dazu in Schubladen zu denken, erfahren wir einmal oder mehrmals schlechte Dinge oder Situationen mit Menschen die Ausländisch aussehen legen viele eine Schublade an die heißt „Ausländer sind nervig und doof“ wir sehen dann niemanden mehr als Individuum – alle sind doof! Und das ist so so sooo unglaublich schrecklich und falsch und wir engen uns damit selbst so sehr ein! Nur weil mich ein dummer Jugendlicher der ausländisch aussah doof angemacht hat ist doch nicht jeder so?!
In letzter Zeit kam ich immer wieder in Situationen die mich SEHR zum Nachdenken angeregt haben und mich auch perönlich sehr geprägt haben, so sehr das mir die Tränen in die Augen kommen wenn ich daran zurück denke.

Eine Geschichte davon möchte ich euch kurz erzählen und hoffe ihr handelt das nächste mal vielleicht wie ich:

Es war Abend – ca. 18:00Uhr, ich bin zusammen mit Matthias auf dem nach Hause weg, wir müssen noch 5min laufen dann sind wir Zuhause. Die Straße ist leer nur ein paar Meter vor uns läuft eine Frau. Ich beobachte wie Sie langsam macht und kurz stehen bleibt – sich anscheinend kurz mit jemandem unterhält und dann sehr eilig weiter läuft. 
Wenig später kommen wir an die Stelle an der die Frau angehalten hatte – dort sitzt vor einer Wohnanlage auf einem Blumenkübel ein Mann ca. 50-60 Jahre alt in Arbeitskleidung (Handwerklich) und hat eine Netto Tüte wie auch ein Bier neben sich stehen. Offensichtlich ist er angetrunken. 
Als wir auf seiner höhe sind spricht er uns an „Entschuldigen Sie – was bedeutet für Sie Menschliche Würde?“ 
– ein paar Sekunden kann ich nichts sagen, zu sehr bin ich davon irritiert wie höflich und unglaublich traurig er uns diese Frage stellt. Weiterlaufen kommt für mich überhaupt nicht in Frage viel zu bedrückt und zutiefst erschüttert sitzt der Mann da und wartet auf eine Antwort auf die Frage die ihm wie es scheint schon etwas länger im Kopf schwirrt. Ich antworte „ohje das ist so schwer in Worte zu fassen – im Prinzip geht es um Respekt den man einem Menschen gegenüber bringt“…kurze Pause…er schaut auf den Boden und nickt…“ja, da haben Sie recht! wissen Sie ich habe heute auf der Arbeit etwas erfahren, das mich wirklich sehr in meiner Würde verletzt hat, so geht man einfach nicht mit Menschen um“ Ich habe nicht nachgefragt was passiert ist, das geht mich auch nichts an. Aber mir tat es unglaublich gut zu sehen und zu spüren welch großen Gefallen ich diesem wildfremden Menschen getan habe, nicht weiter zu laufen sondern ihm mein Ohr zu schenken ihm zu zuhören, ihm zu zeigen es gibt da draußen jemanden der ihn hört. 
Nachdem ich ihm die Antwort geliefert habe und mit den tränen kämpfe bedankt er sich mehrere Male und wünscht uns einen schönen Abend. 
Ich bringe es fasst nicht über Herz weiter zu gehen, am liebsten würde ich ihn drücken aber das geht natürlich zu weit und wir laufen weiter, nach Hause.

Was ich euch mit dieser Geschichte sagen möchte? schenkt euren liebsten und wenn ihr es könnt auch fremden Menschen Gehör – es braucht nicht viel etwas gutes zu tun!

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credits by: Martin Gommel / www.martingommel.de

 

Was das ganze jetzt mit Flüchtlingen zu tun hat?
Versucht euch mal kurz in die Lage eines Flüchtlings zu versetzen, aus der Heimat verjagt oder geflohen, ihr leben Riskiert in der Hoffnung nach der Überfahrt in einem anderen Land eine Zukunft erleben zu dürfen. Alles ist fremd, die Menschen um Sie herum, die Infrastruktur, das Essen der Geruch, alles, niemand versteht sie, sie verstehen niemanden. Niemand hat Zeit ihnen zuzuhören, vielleicht möchte es auch einfach niemand. Gehen sie mit der Familie einkaufen werden sie schräg und beschämend angeschaut, teilweise bekommen sie rassistische Dinge an den Kopf geworfen die sie zwar nicht verstehen, aber der Gesichtsausdruck der Menschen ihnen gegenüber sagt ja oft mehr als 1000 Worte.
Deshalb versucht die Menschen wahrzunehmen, und wenn es nur ein kleines lächeln ist wenn ihr ihnen auf der Straße begegnet.

Ich werde demnächst bei einem Sozialen Projekt für Flüchtlingskinder vorbeischauen und euch danach natürlich davon berichten.

Ich möchte die Menschen kennen lernen die es geschafft haben ihr altes Leben für ein ungewisses neues aufzugeben – und ihr?

Nun zu den Websiten und Videos die ich oben erwähnt habe.

1) Martin Gommel – ein Fotograf aus Karlsruhe welcher sich seit längerem ebenfalls mit der Frage beschäftigt „Wer sind die Leute die hier nach Deutschland kommen?“ Er geht privat zu Flüchtlingsheimen um mit angekommenen Leuten zu sprechen, ihre Geschichte kennen zu lernen und sie willkommen zu heißen. Dabei entstehen auch tolle Bilder die ihr auf seiner Facebookseite: https://www.facebook.com/martingommel/photos_stream und seiner Website: www.martingommel.de anschauen könnt.

2) Pince Ea – ich habe ihn durch das unten verlinkte Video kennen gelernt, der Text spricht mir aus der Seele und ich hoffe wirklich, wirklich sehr das viele Jugendliche daraus etwas aus diesem viralen Video mitnehmen! Hier seine Facebookseite: https://www.facebook.com/PrinceEaHipHop

Hier das bewegende Video:

so das reicht jetzt erstmal.
Wenn euch Fotos oder Videos bewegen, teilt es! Nutzen wir doch die „Macht“ der sozialen Medien um unseren Wünschen und Appellen Raum zu geben und andere daran teilhaben zu lassen und zu inspirieren ♥

Eure nachdenkliche,
MissMarbles

  1. Sehr guter Beitrag meine Liebe! Find ich echt gut das du den geschrieben hast. Der Aufbau und die Verweise find ich auch gelungen. Die Story hast du glaub mal beim ersten Blogger Treffen in KA erzählt und ist mir echt im Gedächtnis geblieben. Zum Thema Flüchtlinge: seit ein paar Wochen wohnen in meiner Straße im Dorf auch ein paar Familien und erst waren viele dagegen das sie herziehen aber mittlerweile freunden sich alle mit ihnen an, erst waren es wir jüngeren (durch meinen Hund habe ich schnell Kontakt gefunden da die Kinder Lilly total lieben, so süß!) und so langsam auch die älteren Nachbarn, die erst skeptisch waren. Find ich echt schön zu sehen. Grade wir als Nachbarn sollten ja helfen und freundlich sein und sie nicht “verstoßen“. Bin mal gespannt ob du von deinem Besuch im Asylatenheim berichtest, mich würde es interessen :)

    Liebe Grüße <3
    Jasmin

    Antworten

  2. Ich würde Deinen Beitrag sehr gerne für meine Aktion „Eine Bühne für bunt“ verlinken.
    Schreib mir doch einfach eine kurze Mail, ob das für Dich ok ist. :-)
    Der Text ist ganz wundervoll geschrieben.

    Antworten

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